Die CINEC-Tage in München

Vom 22.-24. September fand in München die CINEC statt. Und bereits zum 4. Mal zeigte dabei der BVFK auf dieser internationalen Fachmesse Präsenz. Gab es in den vergangenen Jahren immer einen Stand der Filmschaffenden, hatten sich in diesem BVFK, BVK und CAMERIMAGE erstmals gemeinsam auf der Messe präsentiert.

Für Gespräche bot der BVFK-Messebrunch, den wir am Sonntag veranstalteten, den nötigen Raum.

Natürlich erhielten wir auch Besuch von unseren Mitgliedern, mit denen wir uns anregend über die laufenden und kommenden BVFK-Projekte unterhalten haben.

Beim Fachvortrag „Frauen hinter der Kamera – ein Minority Report“ referierten BVFK-Mitglied Caroline Rosenau, BVK-Vorstandsmitglied, Julia Schlingmann und die renommierte Kamerafrau Prof. h.c. Ursula Barthold über den Frauenanteil in der Kamerabranche, der bei beiden Verbänden deutlich unter 10% liegt. Das spiegelt nicht unbedingt den Anteil an den Hochschulen und Medienakademien wider, aber auch dort ist er sehr gering. Der BVFK möchte die Bemühungen dieser Gruppe unterstützen und dafür werben, dass Frauen hinter der Kamera einen echten Gewinn darstellen.

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Dedo Weigert gab sich die Ehre und schaute persönlich an unserem Messestand vorbei. Der BVFK ist besonders froh darüber, ein BVFK-Tages-Seminar zum Thema Lichtgestaltung in München mit ihm für 2019 vereinbart zu haben. Jeder, der mal ein Seminar mit Dedo Weigert erlebt hat, weiß welche hohe Qualität ihn dort erwartet. Da er selbst Kameramann ist, sind seine Ausführungen von höchster Authentizität geprägt.

Weitere Symposien und/oder Workshops mit der Firma Dedoweigert zur szenischen Lichtgestaltung sind fest für die Regionen vereinbart. Bei diesen wird auch ein erfahrener DoP dabei sein.

Mit dem bekannten Kamera-Coach Manuel Wenger aus München wurden Hersteller übergreifende Kameraworkshops für Vollformat-Kameras in 2019 vereinbart.

Sonntag

Beim diesjährigen BVFK-Messebrunch wurden viele Gespräche mit technischen Kooperationspartnern geführt, aber auch unsere fachpolitischen Themen wie Urheberrecht, Sozialstatus, Tariffähigkeit konnten an unserem Stand mit kompetenten Gesprächspartnern erörtet werden.

Mit VTFF Geschäftsführerin Christine Grieb, „FILM &TV-Kamera“ Chefredakteur Timo Landsiedel und Roland Kühne-Wanka, Betriebsgruppenvorsitzender freie Produktionswirtschaft der Mediengewerkschaft VRFF, wurden auch die nicht-technischen Themen des BVFK erörtert.

Der BVFK wird mit Rosco und Lightpower verstärkt Symposien und Workshops veranstalten.

Das bekannte Format „Filter und Folien“ werden wir gemeinsam mit dem ebenfalls bekannten Thema über Farbespectrum und LED-Licht anbieten. Ebenso werden wir mit Lightpower unseren Lichtlehrgang von 2017 wiederholen. Der Temin ist aber noch ungewiss.

Der Fördervertrag mit Rosco ist in „trockenen Tüchern“. Rosco wird ab dem 1.10. Fördermitglied und steht für 2019 als Sponsor für Veranstaltungen zur Verfügung.

Prof. Dietrich Sauter von der FKTG (Fernseh- und Kinotechnische Gesellschaft) kam nachmittags auf den BVFK zu, ob wir interssiert seien, bei einer vergeichenden Qualitätsexpertise von LED-Leuchten im Rahmen einer Veranstaltung der FKTG mitzuwirken. Mit dabei seien die großen LED Hersteller und Verteiber, die auf dem deutschen Markt eine Relevanz haben. Der BVFK hat dies zugesagt und wird auch bei seinen lichttechnischen Partnern für diese Veranstaltung werben.

Ein ähnliches Projekt wird es im Vergleich mit Kameras geben. Dies wurde von unserem neuen Fördermitglied CANON vorgeschlagen. Hierbei werden wir unsere Partner SONY und ARRI mit ins Boot holen.

Desweiteren wollen wir mit Arne Stadler (CANON) flächendeckende Symposien für die 7er Serie der CANON-Kameras vereinbaren. Der Besuch von Arne Stadler entpuppte sich auch gleich als ein reges Fachgespräch, da auch einige Mitglieder zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren.

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Ein besonderes Highlight im nächsten Jahr versprechen die BVFK-Symposien der DMG Lumière MIX LED-Leuchte von Rosco zu werden, die den abendlichen CINEC-Award in der Kategorie Lighting Engineering gewann.

Der BVFK hat mitgefiebert!

Montag

Der letzte Tag war etwas ruhiger. Es kamen vor allem mehr Mitglieder am Stand vorbei, was uns besonders gefreut hat.

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Vormittags besuchte uns Sebastian Leske von SONY. Mit mit ihm besprachen wir obene genannten Projekte. SONY wird uns dabei unterstützen.
Erwogen werden auch BVFK Symposien für das Modell „Venice“.
Auf der IBC wurden bereits konktrete Sony-Projekte mit Ulrich Mors besprochen, die wir noch einmal gegenseitig bestätigt haben.

Ansonsten gab es etwas Zeit, auch mal selbst über die Messe zu gehen und neue Partner zu gewinnen. Kersten Hüttner, unser Vorstand SÜD, hat auch gleich die Firma SACHTLER zum nächsten BVFK-Regionaltreffen geladen.

Am Stand hatte wir die Möglichkeit, mit unseren Partnern vom BVK die gemeinsamen Themen Urheberrecht und auch die Beschäftigungsfrage der Assistentinnen und Assistenten zu besprechen.


Fazit:

Es handelte sich um eine außerordentlich erfolgreiche Messe, wir haben uns viel vorgenommen in 2019. (s. auch Bericht von der IBC).

Der BVFK möchte sich ganz herzlich beim BVK und Michael Neubauer bedanken, ohne den dieser Messeauftritt so nicht möglich gewesen wäre.

Unser Dank betrifft ebenso unseren Sponsor des Messebrunchs SUMO-Lighting, von denen auch eine langfristige Kooperation angefragt wurde.

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Fotos (c) Bernhard Beutler, Peter W. Krüger, Frank Trautmann

EB-Kamerakongress in München am 24.05.2018

Zum ersten Mal veranstaltete der BVFK im Rahmen seiner Info-Events einen EB-Kamerakongress.

Tagungsort war die ARRI-Accademy im alten ARRI-Stammhaus in Schwabing, bei der wir uns sehr wohl geführt haben und bei der wir uns sehr herzlich bedanken möchten.

 

„Honoraranhebung durch Zusammenhalt und Information“

 

Im ersten Teil des Tages ging es dabei natürlich um die Honorarfrage.

Was können wir von den Honorarerhöhungen bei den E-Kameraleuten auf den EB-Bereich übertragen?

Die Basis ist Zusammenhalt und Solidarität!

Moderator Diethelm Straube fragte ganz offen in die Runde, wo denn die Unterschiede lägen.

In einer emotionalen aber zielführenden Diskussion mit unseren Experten Guido Aras (Ressortleiter Honorarentwicklung und Gerald Fritzen (ehem. Vorstand Süd) wurde schnell klar:

Hauptsächlich liegt es an mangelnder Kommunikation zwischen den Kameraleuten vor Ort.

Im Gegensatz zu den Studio-, Sport- oder AÜ-Kollegen/innen finden kaum Unterhaltungen über Auftrags- oder Arbeitsbedingungen statt.

„Man kennt sich zwar, die Unterhaltung dreht sich aber mehr um Fragen wie „Was hast Du denn für ein Weiß““ beschrieb der 2. Vorsitzende des BVFK Bernhard Beutler die Dialoge am Produktionsort.

Der BVFK sollte verstärkt zu einer klaren Kommunikation über bestehende Honorare aufrufen und EB-Treffen veranstalten, bei der diese Themen regional erörtert werden.

Auch sind die BVFK-Honorarstandards im EB-Bereich noch nicht angekommen. Das liegt daran, dass vielfach nur über Teampreise verhandelt wird.

Die eindeutige Empfehlung ist keine pauschalen Teampreise zu verhandeln, sondern Einzelpositionen differenziert kalkuliert offen im Vertrag aufzuführen.

Eine Rabattierung kann bei technischem Equipment möglich sein, bei Personal (inklusive sich selbst!) sollte man davon allerdings Abstand nehmen.

Es gilt, den Wert unserer bildgestaltenden Arbeit und der Arbeit unserer tonverantwortlichen Assistenten zu schützen und vom Einkauf (Besitz / Anmietung) notwendigen Equipments klar zu trennen!

Es sollte auch der Kalkulator auf der BVFK-Website prominenter als valide Kalkulationshilfe beworben werden.

 

Letztlich ist festzustellen, dass es sich bei Kameraleuten und ihren Assistenten/innen um Fachkräfte handelt.  In dieser Hinsicht kann der BVFK sich auch bei den gebührenfinanzierten Rundfunkanstalten und der KEF positionieren:

Mit den tatsächlichen Budgets sind eben keine Fachkräfte, sondern vielfach nur angelernte Juniorkameraleute oder Praktikanten zu finanzieren.

 

„In Kamerateams arbeiten Fachkräfte“

 

Mit dieser eigentlich selbstverständlichen Feststellung eröffneten wir den 2. Teil des Tages.

Alexander Törzs („geistiger Vater“ der BVFK-Zertifizierung) und Frank Trautmann sprachen über die Befähigung von Kameraleuten. Aus Sicht der Gesetzeslage der DGUV dürfen nur fachkundige Personen beauftragt werden und der Auftraggeber muss sich dieser Fachkunde vergewissern.

Die klare Beschreibung unserer Tätigkeit ist im BVFK-Berufsbild niedergelegt und wird durch die Zertifizierung evaluiert. Zudem ist gerade für die EB-Kameraleute die Schulung zum Teamkoordinator nach BVFK-Standard ein wichtiges Indiz für die Fachkunde nach DGUV (nächste Termine: 18./19.06. in Hamburg).

Als sehr wichtig wurde die Planung des BVFK bewertet, Einfluss auf die Lehrpläne der Bildungsträger zu nehmen und Berufsbild und Fachkrafteigenschaften entsprechend zu kommunizieren.

 

Nach der gemeinsamen Mittagspause präsentierte uns ARRI zwei Setups der ARRI-Amira und stand uns innerhalb der Vorführung für vielfältige Fragen (z.B. leichter Umbau auf verschiedene Objektiv – Mounts, Einsatzmöglichkeiten im Multi-Kamera-Verbund) mit zwei engagierten Profis Rede und Antwort.  

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Im Anschluss folgte das 3. Tagesthema, deasm Berufsbild der Assistenten/innen.

 

„Kameraassistent, EB-Assistent, EB-Techniker“

 

Am Nachmittag wurden die anwesenden Assistentinnen und Assistenten gefragt, wie sie sich selbst sehen oder bezeichnen würden. Als Experte komplettierte Nils Jahnke vom Ressort Aus- und Weiterbildung die Runde.

Die Notwendigkeit eine Änderung der Berufsbezeichnung durchzuführen ergab sich nicht zwingend. Dennoch wurde der Unterschied zwischen dem BVK-Berufsbild der Kameraassistenten/innen und den EB-Kameraassistenten/innen im Fernsehen deutlich, die vor allem in der Bewerkstelligung und Verantwortung der Tonaufnahme liegt.

Eine Anpassung der Definition des Berufsbildes scheint nötig.

 

Vor allem für die Frage des Beschäftigungsstatus ist das von entscheidender Bedeiutung:

 

„Rechnungssteller oder abhängig Beschäftigter“

 

Ohne Unterbrechung ging es damit zum letzten Thema des Tages.

Auf dem Podium repräsentierte Bernhard Beutler das Rechts- und Sozialressort als Experte unseres Verbandes, hinzu nahmen Hendrik Jansen (Assistent, BVK Mitglied) und Rechtsanwalt Steffen Schmidt-Hug Platz.

 

Die Beschäftigung von Kameraassistentinnen und Assistenten ist immer eine abhängige und somit sozialversicherungspflichtige Tätigkeit!

Das wird bereits in der Berufsbezeichnung „Assistent“ deutlich, der eine Weisungsgebundenheit impliziert.

 

Der Rat von Schmidt-Hug ist der, dass wir, wie bei den Assistenten des Filmbereichs (BVK), eine unständige Beschäftigung (Tagelöhner) anstreben sollten. Es gibt einige Möglichkeiten, ein schnelles und unkompliziertes Verfahren nach §12a durchzuführen.

In diesem Fall könnte unter Umständen eine tarifliche Bezahlung durchgesetzt werden.

 

Der BVFK möchte dies eindeutig klären, da die Auftraggeber zum großen Teil selber Kameraleute sind, die sich unter Umständen in große rechtliche Probleme bringen, wenn sie Scheinselbstständige beschäftigen. Diese Sorge hat der BVFK bei der Statusfrage der Kameraleute nicht, da ihre Auftraggeber in der Regel nicht zu unserer Klientel gehören.

 

In vielen Fällen ist aber eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht möglich, da diese Beschäftigungsform auf dem Markt der EB-Assistenz stark unterrepräsentiert ist.

 

Schmidt-Hug eröffnete uns Lösungsvorschläge und Alternativen, die dann wiederum mit der Berufsbezeichnung einhergehen. So wäre eine Berufsbezeichnung als Tonmeister oder Toningenieur eine Lösung. Sauber und eher im Sinn des BVFK ist auch die Bezeichnung „Mediengestalter Bild und Ton“, ein Beruf, der zwar ausgebildet wird, aber bislang unter dieser Bezeichnung des Abschlusses nicht ausgeübt wird.

 

Voraussetzung für diese denkbaren Alternativen wäre allerdings die Bereitstellung eigenen Equipments und eine Mitgliedschaft in der KSK.

 

Der BVFK wird für diese Fragen eine Bereitstellung von Expertise anstreben und diese – nach rechtlicher Prüfung – kommunizieren.  Diese sollte dann in eine Berufsbilddefinition der „Fernsehkameraassistentinnen und –Assistenten einfließen“